In zwei starken Relegationsspielen gegen die FT 1844 Freiburg bewiesen die Würzburgerinnen Nervenstärke, mannschaftliche Geschlossenheit und enorme Defensivqualität – und krönten damit eine starke Saison.
Beim packenden Hinspiel in Würzburg legten die Damen des HTCW den Grundstein für den Erfolg. Vor heimischer Kulisse setzten sie sich gegen die Freiburgerinnen mit einem 2:1 durch. Mit diesem knappen Vorsprung, aber selbstbewusst und mit einem Reisebus voller Fans machten sich die Würzburgerinnen am 18.7. auf den Weg nach Freiburg.
Dort entwickelte sich ein intensives und umkämpftes Spiel. Freiburg musste das Ergebnis des Hinspieles aufholen und setzte den HTCW insbesondere in der zweiten Halbzeit unter Druck. Doch die Würzburger Defensive hielt dem Ansturm stand. Das Spiel endete torlos 0:0 – genau das Ergebnis, das den Unterfränkinnen zum historischen Aufstieg genügte.
Bemerkenswert ist dabei auch die Anerkennung, die der HTCW von der Gegenseite erhielt. In der Badischen Zeitung wurde offen eingeräumt, dass Würzburg mit aggressivem Pressing über die gesamte Spielzeit den Freiburger Spielaufbau immer wieder störte. Würzburgs Trainer Chris Hartl bezeichnete den Aufstieg als verdient und hob insbesondere die körperliche Präsenz sowie Willensstärke der Würzburger Mannschaft hervor. Die Freiburger Spielerinnen fanden über beide Partien kaum Lösungen gegen die kompakte Defensive des HTCW und mussten ihren Traum vom erstmaligen Regionalliga-Aufstieg erneut begraben.
Noch vor dem Rückspiel hatte die Freiburger Presse den enormen Druck auf die Gastgeberinnen beschrieben. Von einer „historischen Möglichkeit“ war die Rede: Erstmals hätte ein Freiburger Frauenteam den Sprung in die Regionalliga schaffen können. Gleichzeitig wurde ausdrücklich darauf hingewiesen, wie stark das Würzburger Pressing bereits im Hinspiel gewesen sei und dass genau dieses Element im Rückspiel erneut zur entscheidenden Herausforderung werden würde – eine Einschätzung, die sich letztlich bestätigte.
Für den HTC Würzburg bedeutet dieser Erfolg weit mehr als nur einen Klassenwechsel. Nach einer starken Oberligasaison und zwei überzeugenden Relegationsauftritten hat sich die Mannschaft ihren Platz in der Regionalliga sportlich verdient. Besonders beeindruckend war dabei die Ausgewogenheit des Teams: offensive Durchschlagskraft im Hinspiel, kompromisslose Defensivarbeit im Rückspiel und ein außergewöhnlicher Teamgeist über die gesamte Saison hinweg.
Der historische Aufstieg ist zugleich ein Meilenstein für den Verein. Er zeigt die erfolgreiche Entwicklung des Frauenhockeys in Würzburg und ist das Ergebnis jahrelanger kontinuierlicher Arbeit, engagierter Trainerteams und einer Mannschaft, die in den entscheidenden Momenten über sich hinausgewachsen ist.
Mit dem Aufstieg beginnt nun ein neues Kapitel. In der Regionalliga warten stärkere Gegner und höhere sportliche Anforderungen. Doch die Relegation gegen Freiburg hat gezeigt, dass diese Mannschaft nicht nur spielerische Qualität besitzt, sondern auch den Charakter und die Mentalität, um auf höherem Niveau zu bestehen.

Bild: Marie Auer



